Weekly Recap - 16.02.2015 - Immer wieder dieses Thema.....

  • Falls sich jemand gefragt haben sollte, ob und wie beliebt Karneval in der Marketingcommunity ist, braucht er sich nur einmal die nicht vorhandenen News auf diversen deutschen Blogs betrachten. Redaktionen in Hamburg und Berlin sind noch gut dabei, während die Städte ab Düsseldorf südwärts, sprich Köln, Mainz, sogar München, sich spätestens seit gestern Mittag im Ausnahmezustand befinden und man von dort nicht allzuviel erwarten kann heute. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass außer Kollegin Sabine und ein paar Lurkern heute wohl kaum jemand hier ist, gibt es trotzdem das allmontägliche Update. Und die gute Nachricht: außer dem heutigen Karnevals-Doodle gibt es nicht von Google zu berichten, yay!

     

     

    Rosenmontags-Doodle

     

     

    So gelangt ein wenig von der närrischen Stimmung auch auf meinen Schreibtisch, halte ich mich sonst doch so weit wie möglich entfernt von etwaigen Umzügen oder Sitzungen. Mein letztes Kostüm habe ich vor ca. 20 Jahren getragen. Kurzum: ich mag Karneval nicht besonders. Aber genug von meiner Misanthropie, widmen wir uns lieber anderen Themen. Heute: Content.

     

    Content, Native....alles Mist! Oder doch nicht?

     

    Wenn man täglich ca. 25-30 Artikel liest bzw. überfliegt, wird einem die Absurdität dieser Branche manchmal schlagartig bewusst. Abgesehen von der Finanzbranche (alles Glücksspieler) gibt es wohl kaum einen Bereich, wo sich, meist selbtsernannte, Experten im Wochenabstand gegenseitig widersprechen. Die Rede ist von Content und Native und wie man es schafft, ein Thema, welches im Printbereich seit Jahrzehnten zum Tagesgeschäft gehört (ich spreche da aus persönlicher Erfahrung) derartig zu zerreden,  um sich selbst als Authorität profilieren oder das eigene Business promoten zu können.

     

    So kommt es dann halt vor, dass man innerhalb weniger Tage auf den großen Portalen, in diesem Falle Onlinemarketing.de und Internetworld.de, zwei Artikel bzw. Interviews lesen konnte, die einerseits behaupteten, dass "Content-Marketing und Big Data Bullshit-Begriffe sind" und auf der anderen Seite proklamierten, dass "Content-Marketing mehr als ein Hype ist" - ersteres offensichtlich der Versuch, durch "Kontroverse" (hat die "" mehr als verdient) Buzz zu erzeugen und sich "abzuheben", zweiteres der von mir bereits mehrfach dokumentierte Versuch, ein altes Modell mit Hilfe von prätentiösem Fachjargon in ein neues Gewand zu packen. Während sich Amir Kassaei von der Agentur DBB auf Onlinemarketing.de schon über die Verwendung des Begriffs "Content-Marketing" als solchen aufregt (wo ich ihm sogar recht geben muss), geht Lukas Kirchner, Chef von Content-Agentur C3 soweit, gleich einen neuen Begriff in den Raum zu werfen, "SCO": Searched Content Optimization, die offensichtliche Mischung aus Content und SEO.

     

    Was dem geneigten Leser bzw. Zuhörer beider Interviews allerdings auffällt ist, dass beide sich im Endeffekt völlig einig sind, was die Entwicklung, vor allem im technischen Bereich angeht: RTB ist nicht mehr wegzudenken, die Zahl der mobilen User, besonders auf Social Media, steigt weiter an und Relevanz wird in Zukunft mehr Wert haben, als bloße Reichweite. So weit, so gut. Was mich nun persönlich an dem Thema nervt ist, dass man das alles schon vor ca. 3-4 Jahren wusste und Leute aus der Printbranche sich schon seit Beginn der ganzen Debatte fragen, wo überhaupt das Problem liegt. Sich der Ironie seiner Situation anscheinend nicht bewusst, sagt Lukas Kirchner im Interview dann auch:

     

    "Das Thema ist von einem Hype in den letzten zwei Jahren zu einem erwachsenen Thema geworden, mit allen Nebenerscheinungen, etwa Aussagen wie 'Kann ich nicht mehr hören' ".

     

    Wenn er sich dessen doch bewusst ist, warum sich dann noch die Mühe machen, einen neuen Begriff, "SCO", zu verwenden? Richtig, wie am Ende eines anderen Aritkels bereits erwähnt, geht es um Profilierung, darum, sein Produkt zu verkaufen. Das ist in seinem Fall die Arbeit seiner Agentur, in Amirs Fall seine persönliche Expertise - beides vollkommen legitim, aber die Sache an sich ist ein non-argument.

     

     

    Was ich mich jedoch frage ist: die Verantwortlichen CMOs bei den großen Advertisern, sind das alles Millenials? Kennen die keine seitenlangen, gesponserten Berichte in den bekannten Hochglanzmagazinen mehr? Kann man denen das Konzept "Content-Marketing" tatsächlich als etwas neues verkaufen? Ich frage mich mittlerweile seit Jahren, wie es überhaupt zu dieser Debatte gekommen ist: die Antwort: Nativeception! Falls Ihr wissen wollt, was das sein soll, klickt hier.

     

    Was denkt Ihr: ist Content-Marketing sinnloser Hype und Bullshit, oder in Form von SCO die Lösung all Eurer Probleme? Und wo liegt der Unterschied zu den "Advertorials" und "Sponsored Content" von früher, sofern es denn einen gibt?

Kommentare

1 Kommentar
  • Martin Bahls
    Martin Bahls Content, Native, RTB: alles Bullshit oder die Antwort auf alle Marketingfragen?
    16. Februar 2015